Blick über ein Getreidefeld auf Neibsheim am Waldrand
Neibsheim, heute ein Stadtteil von Bretten in Baden-Württemberg Foto: Lutz Fischer-Lamprecht · CC BY-SA 4.0

Neibsheim

Neibsheim — ältester bislang sicher dokumentierter Herkunftsort unserer Gerweck-Linie

Ein Dorf im Kraichgau, heute Stadtteil von Bretten in Baden-Württemberg

  • Neibsheim, Baden-Württemberg
  • Gerweck-Linie in Neibsheim seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert
  • Melchior Gerweck nachweisbar ab 1679
  • Gerweck'sches Fachwerkhaus
  • Auswanderung 1809 ins Russische Reich

In Neibsheim beginnt die bisher belegte Geschichte unserer Linie: 1679 heiratete hier Melchior Gerweck, und die Kirchenbücher des Dorfes verzeichnen über mehrere Generationen Taufen und Hochzeiten seiner Nachkommen. 1809 brachen zwei Familien Gerweck von hier in das Russische Reich auf. Diese Seite erzählt vom Ort damals und heute – und davon, was die Quellen über unsere Familie tatsächlich sagen.

Heute

Neibsheim heute

Neibsheim ist heute ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Bretten im Landkreis Karlsruhe und liegt im Kraichgau. Seit dem 1. März 1972 gehört der Ort zu Bretten. Zum Stichtag 31. Mai 2026 lebten im Stadtteil 1.768 Menschen – eine überschaubare Gemeinschaft von knapp 1.800 Einwohnern.[1][5]

Rund um den Ort bestimmen Felder und Wald das Bild: Von den etwa 985 Hektar der Gemarkung werden rund 652 Hektar landwirtschaftlich genutzt, 216 Hektar sind Wald. Auf Siedlungsfläche entfallen nur etwa 109 Hektar, dazu kommen rund 8 Hektar Wasserfläche.[1]

Neibsheim hat eine eigene Grundschule, die Pfarrer-Wolfram-Hartmann-Schule, dazu den katholischen Kindergarten St. Mauritius und eine eigene Abteilung der Feuerwehr Bretten. Die Ortsverwaltung hat ihren Sitz im Rathaus in der Talbachstraße.[1][2][6][7]

Einen Bahnanschluss hat Neibsheim nicht. Durch den Ort führt die Kreisstraße 3506, und die Buslinie 141 des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) verbindet ihn mit Gondelsheim und Bretten.[2]

Streuobstwiese mit Holzstapel im Kraichgau bei Neibsheim
Im Kraichgau bei Neibsheim: Felder, Streuobstwiesen und Wald prägen die Gemarkung Foto: Lutz Fischer-Lamprecht · CC BY-SA 4.0

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus Ein burgähnlicher Bau vom Anfang des 20. Jahrhunderts in der Talbachstraße, heute Sitz der Ortsverwaltung. Das genaue Baujahr geben die offiziellen Quellen unterschiedlich an.[7][1]
  • Gerweck'sches Fachwerkhaus Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert an der Ecke Heidelsheimer Straße / Lange Gasse. Das Fachwerk ist schlicht ausgeführt, fügt sich durch die malerische Form aber zu einem geschlossenen Gesamtbild. Mehr dazu weiter unten.[7]
  • Pfarrkirche St. Mauritius Die heutige katholische Pfarrkirche in der Talbachstraße wurde 1790/91 erbaut. Das Patrozinium des heiligen Mauritius ist schon 1340 erwähnt, als Pfarrei ist Neibsheim seit 1426 sicher belegt. Die Kirche stand also bereits, als die Familien Gerweck 1809 das Dorf verließen.[8][7]
  • Alte Tabakscheune 1939 zum Trocknen von Tabak erbaut, in der Heidelsheimer Straße. Mitte der 2000er-Jahre wurde die Scheune zu Wohnzwecken umgebaut und 2010 mit dem Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.[7]
  • Marienkapelle am Adelberg Die Kapelle auf dem 216 Meter hohen Adelberg wurde 1738 neu errichtet; erste Erwähnungen reichen bis 1703 zurück.[7][8]
  • Antoniuskapelle Kapelle im Micheltal, erbaut 1845.[7]

Karte

Ortskern von Neibsheim 1Neibsheim, Ortsmitte2Gerweck'sches Fachwerkhaus (Ecke Heidelsheimer Straße / Lange Gasse)3Rathaus / Ortsverwaltung, Talbachstraße 594Pfarrkirche St. Mauritius, Talbachstraße 25Alte Tabakscheune, Heidelsheimer Straße 28 (ungefähre Lage)6Marienkapelle auf dem Adelberg
  1. 1Neibsheim, Ortsmitte
  2. 2Gerweck'sches Fachwerkhaus (Ecke Heidelsheimer Straße / Lange Gasse)
  3. 3Rathaus / Ortsverwaltung, Talbachstraße 59
  4. 4Pfarrkirche St. Mauritius, Talbachstraße 2
  5. 5Alte Tabakscheune, Heidelsheimer Straße 28 (ungefähre Lage)
  6. 6Marienkapelle auf dem Adelberg
Ortskern von Neibsheim · © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL
Damals

Geschichte des Ortes

  1. 770
    Erste Erwähnung als „Nichbodesheim“

    Am 1. Juni 770 wird der Ort unter dem Namen „Nichbodesheim“ genannt. Überliefert ist der Eintrag im Lorscher Codex, in einer Abschrift des 12. Jahrhunderts. Im Laufe von rund 1.200 Jahren wurde daraus der heutige Name Neibsheim.[3][4][1]

  2. 1115–1365
    Die Herren von Nipotsheim

    Im Hochmittelalter hatte Neibsheim einen Ortsadel, der sich nach dem Dorf benannte: die Herren von Nipotsheim. Belegt sind sie nur lückenhaft, etwa zwischen 1115 und 1365.[3][1][4]

  3. 1365
    An das Speyerer Domkapitel

    „Im Jahre 1365 ging Nypensheim ganz in den Besitz des Speyerer Domkapitels über.“ Bis 1802/03 gehörte der Ort zum weltlichen Herrschaftsgebiet des Hochstifts Speyer.[1][3][4]

  4. 1618–1648
    Dreißigjähriger Krieg

    Der Dreißigjährige Krieg war ein Schrecken für die Bevölkerung des ganzen Kraichgaus. Neibsheim brauchte rund vierzig Jahre, um sich von den Folgen zu erholen; erst durch den Zuzug von Familien aus der Schweiz und aus Tirol konnte wieder ein geregeltes Dorfleben entstehen.[3][1]

  5. 1674
    Erneute Plünderung

    Infolge kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und dem Reich musste Neibsheim 1674 erneut eine Plünderung über sich ergehen lassen.[3][1]

  6. 1689
    Pfälzischer Erbfolgekrieg

    Nach der Darstellung des Stadtwikis Karlsruhe wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 nahezu das ganze Dorf gebrandschatzt und zerstört.[9]

  7. 1972
    Stadtteil von Bretten

    Zum 1. März 1972 wurde Neibsheim ein Stadtteil von Bretten.[3][4][1]

Die ältesten bisher bekannten Gerweck-Einträge in Neibsheim stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, aus den Jahrzehnten des Wiederaufbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg: 1679 heiratete Melchior Gerweck hier, fünf Jahre nach der Plünderung von 1674. Sein Begräbnis 1694 ist ebenfalls in Neibsheim verzeichnet, wenige Jahre nach der Zerstörung von 1689. Die Herkunft Melchior Gerwecks vor seinem Auftreten in Neibsheim ist bislang nicht zweifelsfrei geklärt. Ob er zu den nach dem Krieg zugezogenen Familien gehörte, lässt sich aus den bekannten Quellen nicht sagen.

Gerweck

Die Familie Gerweck in Neibsheim

Von 1679 bis 1809 lässt sich unsere Linie in Neibsheim Generation für Generation verfolgen – vom ersten Eintrag Melchior Gerwecks bis zu den Brüdern Franz und Johann Bartholomäus, die mit ihren Familien auswanderten. Grundlage sind vor allem die Indizes der Neibsheimer Kirchenbücher; die Originalseiten selbst sind noch nicht eingesehen.

  1. Melchior Gerweck

    †1694

    Der früheste bisher gesicherte Eintrag unserer Linie: Am 24.04.1679 heiratete Melchior Gerweck in Neibsheim Anna Maria Bachmann. Begraben wurde er dort am 15.01.1694. Wer seine Eltern waren und woher er kam, ist offen; eine in Online-Stammbäumen genannte Geburt um 1642 ist eine ungeprüfte Hypothese.

  2. Johann Adam Gerweck

    1683

    Getauft am 28.10.1683 in Neibsheim; der Taufindex nennt als Vater „Melcher Gerweckh“. Die Mutter steht nicht im Index – dass es Anna Maria Bachmann war, ist eine gut begründete Rekonstruktion aus der Ehe von 1679. Im Taufindex seines Sohnes Kaspar heißt seine Frau nur „Eva“.

  3. Kaspar Gerweck

    1717

    Getauft im Juni 1717 in Neibsheim als Sohn von Johann Adam. Der Index gibt nur den Monat an und liest den Namen als „Casparus Gerber“; den genauen Tag muss das Original klären. Am 12.02.1737 heiratete er laut dem Index des Neibsheimer Heiratsbuchs Maria Magdalena Kohler. Kaspar ist als Vater von Franz (1756) und Johann Bartholomäus (1759) belegt.

Franz Gerweck

1756–1809

Sohn von Kaspar Gerweck und Maria Magdalena Kohler. Sein Geburtsdatum 30.07.1756 stammt aus einer Rekonstruktion; der Originaleintrag ist noch nicht geprüft. 1809 ist er Familienoberhaupt im Pass Nr. 656. Er starb unterwegs: Am 23.08.1809 wurde seine Frau in Grodno bereits als Witwe verzeichnet.

Johann Bartholomäus Gerweck

1759

Getauft am 30.01.1759 in Neibsheim als Sohn Kaspar Gerwecks; die Mutter ist im Index als „Catharina Rholer“ gelesen. 1809 ist er Familienoberhaupt im Pass Nr. 657, direkt nach dem Pass seines Bruders Franz. 1811 lebt er als Schmied in Prischib. Über ihn und seinen Sohn Franz Georg führt unsere direkte Linie weiter.

Zu jedem Namen dieser Linie zeigt die Seite die Beweisstufe des jeweiligen Eintrags. Wir schreiben hier nichts, was über das Archiv dieser Website hinausgeht – wo Originale noch fehlen oder Lesarten unsicher sind, sagen wir es.

Historische Schwarzweißaufnahme: zweistöckiges Fachwerkhaus an einer Straßenecke in Neibsheim, davor ein Wegkreuz mit Kruzifix
Das Gerweck’sche Fachwerkhaus mit dem Wegkreuz davor, um 1936 (Beschriftung „so um 1936“) Foto: Fotograf unbekannt · Rechte ungeklärt · historische Aufnahme, bereitgestellt vom Projektinhaber

Das Gerweck'sche Haus

Der Name Gerweck lebt in Neibsheim in einem historischen Gebäude fort: Das Gerweck'sche Fachwerkhaus an der Ecke Heidelsheimer Straße / Lange Gasse stammt nach der offiziellen Beschreibung der Neibsheimer Sehenswürdigkeiten aus dem 18. Jahrhundert.

Welchem Zweig der Familie Gerweck das Haus gehörte und ob es mit unserer direkten Linie zusammenhängt, ist nicht belegt. Weder Kaspar noch seine Söhne Franz und Johann Bartholomäus lassen sich bisher als Eigentümer nachweisen. Eine genauere Datierung als „18. Jahrhundert“ beruht nur auf lokaler Literatur.

Nicht zu verwechseln ist das Fachwerkhaus mit einem zweiten, eigenständigen Gerweck-Haus in der Langen Gasse.

27.04.1715 GLA Karlsruhe, Bestand 42 Nr. 3450

Ein Bestandsbrief zum Balzhofer Hofgut vom 27. April 1715 erwähnt ein „Gerweck'sches Haus“. Dem Projekt liegt bisher nur der Hinweis auf diese Archivalie vor; das Dokument selbst – Bild oder Abschrift – noch nicht.

Forschungsfrage: Ob das im Dokument von 1715 genannte „Gerweck'sche Haus“ mit dem heute erhaltenen Fachwerkhaus identisch ist, muss noch archivalisch geklärt werden.

Familienchronik

  1. 1679 Heirat Melchior Gerweck × Anna Maria Bachmann

    Am 24.04.1679 heiraten Melchior Gerweck und Anna Maria Bachmann in Neibsheim – der früheste bisher bekannte Eintrag unserer Linie, auf S. 75 des ältesten erhaltenen Neibsheimer Ehebuchs.

  2. 1683 Taufe von Johann Adam

    Am 28.10.1683 wird Johann Adam Gerweck in Neibsheim getauft; als Vater nennt der Index Melchior („Melcher Gerweckh“).

  3. 1694 Begräbnis Melchior Gerwecks

    Am 15.01.1694 wird Melchior Gerweck in Neibsheim begraben. Alter, Herkunft oder Beruf leiten wir aus dem Index nicht ab, solange das Original nicht eingesehen ist.

  4. 1717 Taufe von Kaspar

    Im Juni 1717 wird Kaspar Gerweck in Neibsheim getauft, Sohn von Johann Adam. Der Index nennt nur den Monat; den Tag muss das Original klären.

  5. 1737 Heirat Kaspar Gerweck × Maria Magdalena Kohler

    Am 12.02.1737 heiratet Kaspar Gerweck Maria Magdalena Kohler; der Eintrag steht im Heiratsbuch von Neibsheim.

  6. 1756 Geburt von Franz (Rekonstruktion)

    Nach der Rekonstruktion wird Franz Gerweck, Sohn von Kaspar Gerweck und Maria Magdalena Kohler, am 30.07.1756 in Neibsheim geboren. Der Originaleintrag ist noch nicht geprüft.

  7. 1759 Taufe von Johann Bartholomäus

    Am 30.01.1759 wird Johann Bartholomäus Gerweck in Neibsheim getauft; der Index nennt Kaspar Gerweck als Vater. Die Mutter ist dort als „Catharina Rholer“ gelesen – ob Maria Magdalena Kohler gemeint ist, ist noch offen.

  8. 1785 Ein umstrittener Heiratsindex

    Ein Index des Neibsheimer Heiratsbuchs verzeichnet am 08.11.1785 eine Ehe von Bartholomäus Gerweck, Sohn Kaspars – die Braut heißt dort jedoch Maria Anna Wild, nicht Catharina Leis. Ob eine weitere Ehe oder ein Fehler bei der Zuordnung vorliegt, bleibt offen, bis das Original eingesehen ist.

  9. 1786 Taufe von Franz Georg

    Am 15.10.1786 wird Franciscus Georgius (Franz Georg) Gerweck in Neibsheim getauft, Sohn von Johann Bartholomäus Gerweck und Catharina Leis. Über ihn führt unsere direkte Linie ins Russische Reich weiter.

  10. 1809 Aufbruch ins Russische Reich

    Die Familien von Franz Gerweck (Pass Nr. 656) und Johann Bartholomäus Gerweck (Pass Nr. 657) verlassen Neibsheim in Richtung Russisches Reich. Franz stirbt unterwegs; am 23.08.1809 wird seine Witwe mit vier Kindern in Grodno verzeichnet.

Dokumente

RGIA F. 383, op. 29, d. 302, №656 Pass Nr. 656 · Familie Franz Gerweck, 1809

François (Franz) Gerweck, 53 Jahre; Ehefrau Catherine, 50; Kinder Catherine 20, Madelaine 18, Jean 13 und ein jüngerer Sohn von etwa 12 Jahren, dessen Name unsicher als Joseph gelesen wird. Herkunft: Neubsheim; Vermögen: 800. Der Eintrag steht unmittelbar vor Nr. 657. Grundlage ist eine archivbezogene Transkription; das Original wird noch erwartet.

RGIA F. 383, op. 29, d. 302, №657 Pass Nr. 657 · Familie Johann Bartholomäus Gerweck, 1809

Bartholome Gerweck, 50 Jahre; Ehefrau Catherine, 48; Kinder Francois, Marie Anne, Marie Claire, Joseph, Madeleine, Catherine. Herkunft: Neubsheim. Der Sohn „Francois“ ist Franz Georg, getauft 1786. Dass Franz und Johann Bartholomäus Brüder waren, folgt nicht aus den Pässen allein: Es stützt sich auf Kirchenbuchindizes aus Neibsheim und wird durch die direkt aufeinanderfolgenden Pässe und die benachbarten Einträge der badischen Auswandererliste bekräftigt. Transkription; das Original wird noch erwartet.

Baden · 12.04.1809 Badische Auswandererliste, 1809

Eine veröffentlichte Liste von Auswanderern aus Baden verzeichnet unter dem 12.04.1809 nacheinander „Gerwick, Franz, mit Familie“ und „Gerwick, Bartel, mit Familie“. Als Herkunftsort nennt die Veröffentlichung „Reibelsheim“; diese Schreibung bleibt im Zitat unverändert. Dass „Franz“ hier Franz Gerweck (1756) meint und nicht seinen Neffen Franz Georg, ist gut begründet, muss aber noch am Original geprüft werden.

EAF Freiburg · FamilySearch Kirchenbücher Neibsheim · Indizes

Die frühesten Lebensdaten unserer Linie stammen aus den Indizes der Neibsheimer Kirchenbücher, die das Erzbischöfliche Archiv Freiburg verwahrt und FamilySearch erschlossen hat: die Heirat Melchiors 1679 (ältestes erhaltenes Ehebuch, S. 75), sein Begräbnis 1694, die Taufen von Johann Adam 1683, Kaspar 1717, Johann Bartholomäus 1759 und Franz Georg 1786 sowie die Heirat Kaspars 1737. Indizes geben die Einträge nur verkürzt und manchmal verlesen wieder – etwa „Melchior Germach“ oder „Casparus Gerber“. Die Originalseiten sind noch nicht eingesehen.

Farbiger Übersichtsplan der Gemarkung Neibsheim, 1865
1865: Übersichtsplan der Gemarkung Neibsheim, Maßstab 1:10 000 Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg, GLA Karlsruhe H-1 Nr. 1236 · CC BY 4.0

Damals

  • Dorf im Besitz des Speyerer Domkapitels, bis 1802/03 im weltlichen Herrschaftsgebiet des Hochstifts Speyer
  • Jahrzehnte des Wiederaufbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg, auch mit Familien, die aus der Schweiz und aus Tirol zuzogen
  • Erneute Kriegsnot: Plünderung 1674, Zerstörung 1689
  • Ein ländliches Dorf, dessen Leben die Pfarrei in ihren Kirchenbüchern festhielt – dort erscheinen die Gerweck ab 1679
  • 1809: zwei Familien Gerweck brechen ins Russische Reich auf
Blick über ein Getreidefeld auf Neibsheim am Waldrand
Neibsheim, heute ein Stadtteil von Bretten in Baden-Württemberg Foto: Lutz Fischer-Lamprecht · CC BY-SA 4.0

Heute

  • Stadtteil der Großen Kreisstadt Bretten (seit 1972), Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg
  • 1.768 Einwohner (Stand: 31.05.2026)
  • Rund zwei Drittel der Gemarkung sind Landwirtschaftsfläche, gut ein Fünftel ist Wald
  • Grundschule, Kindergarten, Feuerwehrabteilung und Busverbindung nach Bretten
  • Pfarrkirche St. Mauritius, zwei Kapellen und das Gerweck'sche Fachwerkhaus erinnern an die lange Geschichte des Dorfes

Der Name Gerweck heute

Ob und wie häufig der Familienname Gerweck heute noch in Neibsheim vorkommt, haben wir für diese Seite nicht anhand amtlicher Quellen überprüft. Sollte es heutige Namensträger geben, ist eine genealogische Verbindung mit der hier dokumentierten historischen Linie jedoch nicht automatisch vorauszusetzen und müsste gesondert nachgewiesen werden.

Von Neibsheim nach Russland

1809 verließen die Familien der Brüder Franz und Johann Bartholomäus Gerweck ihr Heimatdorf. Allein von Neibsheim über Grodno bis Jekaterinoslaw sind es rund 2.100 Kilometer Luftlinie. Franz erlebte das Ende des Weges nicht: Am 23. August 1809 wurde seine Frau Katharina in Grodno bereits als Witwe verzeichnet; am 2. Oktober zog sie mit vier Kindern weiter in Richtung Jekaterinoslaw. Die Familie von Johann Bartholomäus erscheint 1810 im Kirchenbuch der Pfarrei Jamburg, als sein Sohn Franz Georg heiratete, und 1811 in Prischib an der Molotschna – dort lebten Vater und Sohn als Schmiede.

  1. 1Neibsheim
  2. 2Grodno (heute Hrodna)
  3. 3Jekaterinoslaw (heute Dnipro) – Region Jamburg
  4. 4Prischib
  5. 5Molotschna (Referenzpunkt Halbstadt, heute Molotschansk)
Von Neibsheim ins Schwarzmeergebiet · © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Quellen

  1. Neibsheim · Stadt Bretten · abgerufen am 16.09.2026
  2. Neibsheim · Wikipedia (Sekundärquelle) · abgerufen am 16.09.2026
  3. Geschichte · neibsheim.de (Dorfportal Neibsheim) · abgerufen am 16.09.2026
  4. Neibsheim – Altgemeinde/Teilort · Landesarchiv Baden-Württemberg (LEO-BW) · abgerufen am 16.09.2026
  5. Bretten in Zahlen · Stadt Bretten · abgerufen am 16.09.2026
  6. Abteilung Neibsheim · Feuerwehr Bretten · abgerufen am 16.09.2026
  7. Bretten/Neibsheim: Neibsheimer Sehenswürdigkeiten · outdooractive (Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg / Stadt Bretten) · abgerufen am 16.09.2026
  8. Neibsheim · Katholische Seelsorgeeinheit Bretten · abgerufen am 16.09.2026
  9. Neibsheim · Stadtwiki Karlsruhe (Community-Wiki) · abgerufen am 16.09.2026

Primärquellen

Archive

  • Generallandesarchiv Karlsruhe
  • Russisches Staatliches Historisches Archiv (RGIA), St. Petersburg
  • Erzbischöfliches Archiv Freiburg (Kirchenbücher, über FamilySearch)

Sekundärquellen

  • Heimatbuch Neibsheim · 1. Auflage
  • Stadt Bretten: Stadtteil Neibsheim und „Bretten in Zahlen“ · offizielle Seiten der Stadt Bretten

Online-Quellen

Weiter

1809 beginnt ein neuer Abschnitt der Familiengeschichte

1809 verlassen die Familien von Franz und Johann Bartholomäus Gerweck Neibsheim. Ihr Weg führt in das Russische Reich. Franz stirbt unterwegs, seine Witwe zieht mit den Kindern weiter; die Familie von Johann Bartholomäus ist 1811 in Prischib an der Molotschna verzeichnet.

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